Fördern und Fordern

Aufgabe und Ziel der Grundschule ist es, jedes einzelne Kind unter Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen durch differenzierenden Unterricht und ein anregungsreiches Schulleben im Hinblick auf die Persönlichkeitsentwicklung, die sozialen Verhaltensweisen sowie die kognitiven und praktischen Fähigkeiten bestmöglich, umfassend und nachhaltig zu fördern und zu fordern.

Innere und äußere Differenzierung
Die individuelle Förderung findet bei uns schwerpunktmäßig im Rahmen der inneren Differenzierung im regulären Unterricht statt.
Die Differenzierung erfolgt sowohl quantitativ als auch qualitativ und bezieht sich auf das Anforderungsniveau, die Methode, die Medien, die Art der Hilfestellung, Sozialform und die Wahl der Veranschaulichungsmittel. Offene Unterrichtsformen, zusätzliche Lernangebote (z. B. Nutzung der Bücherei und der Klassen- PCs) sowie individuelle Wochen- und Arbeitspläne, zählen zu unserem Differenzierungsprogramm.

Maßnahmen der äußeren Differenzierung (Bildung von Lerngruppen) werden durchgeführt:
In Förderstunden kann das Kind Unterrichtsinhalte wiederholen und vertiefen, die es bislang noch nicht ausreichend verinnerlicht hat.
Zusätzliche Lerninhalte oder Lerninhalte werden auf einem erhöhten Anforderungsniveau angeboten. Diese Forderstunden bieten sich vor allem für Schüler an, die den Unterrichtsstoff bereits sicher beherrschen.

Möglichkeiten und Organisation
In der Regel verfügt jede Klasse pro Woche über zwei zusätzliche Unterrichtsstunden, die zur Förderung bzw. Forderung eingesetzt werden.
Zusätzlich zu diesen zwei Stunden werden Kindern mit Migrationshintergrund auch Förderstunden in „Deutsch als Zweitsprache“ (DaZ) angeboten.

Die oben beschriebene zweistündige Förderung bzw. Forderung erfolgt grundsätzlich in den Fächern Deutsch und Mathematik. Bei Bedarf werden aber auch Förderangebote zu den basalen Fähigkeiten (Konzentration/ Wahrnehmung/ Motorik) eingerichtet.
Es bestehen verschiedene Möglichkeiten die Förder- und Forderstunden zu planen, zu organisieren und durchzuführen. Je nach äußeren Rahmenbedingungen (Lehrerstunden und Unterrichtsverteilungsmöglichkeiten) und klassenspezifischen Bedingungen (Bedarf der Schüler an Förderung/Leistungsvermögen und Zusammensetzung einer Klasse) entscheidet die Schulleitung zusammen mit dem Kollegium, wie im laufenden Schuljahr gefördert werden soll.
So entscheiden Schulleitung und Klassenlehrer, ob eine Klasse in kleineren Gruppen gefördert bzw. gefordert wird, oder ob durch die Wahl einer offenen Unterrichtsform die gesamte Klasse differenziert beschult und individuell gefordert, bzw. gefördert wird.
Lernzielkontrollen und deren Auswertung sowie Beobachtungen liefern detaillierte Angaben, in welchen Bereichen ein Schüler noch Unterstützung oder bereits zusätzlichen Lernstoff benötigt.

Als weitere Möglichkeit der Förderung bzw. Forderung kann ein jahrgangsübergreifendes Fördermodell, eine sogenannte „Förderschiene“ eingerichtet werden. Hierbei wird der gesamte Jahrgang in unterschiedliche homogene Kleingruppen unterteilt. Jede Gruppe wird entsprechend ihres Leistungsvermögens gefördert bzw. gefordert. Als Basis zur Bildung der Gruppen dienen wieder Lernzielkontrollen in Deutsch und Mathematik, die parallel in den Klassen durchgeführt und ausgewertet werden.
Bei sehr guter Lehrerstundenversorgung besteht auch die Möglichkeit, Kinder durch äußere Differenzierungsmaßnahmen einzeln oder zu zweit über den Zeitraum von einigen Stunden zusätzlich zu unterrichten.

Förderplan und Förderverlauf
Für jedes Kind erstellen wir nach Aufnahme in unsere Grundschule einen individuellen Förderplan, in dem Folgendes dokumentiert ist:

  • Förderempfehlung an die Eltern, die direkt nach der Erstellung des Schulfähigkeitsprofils ausgegeben wurde
  • Beobachtungsbogen für die ersten Schulwochen mit durchgeführter Förderung bzw. Forderung unter Angabe der Zielsetzung
  • Lernzielkontrollen und deren Auswertung als Basis zur Förder- und Forderzielfindung
  • Dokumentation aller Förder- und Fordermaßnahmen im Laufe eines Schuljahres (Förderverlaufsplan) unter Angabe der Zielsetzung, der Dauer der Maßnahme und Nennung der für die Maßnahmen verantwortlichen Lehrkraft (Förderplan)
  • Dokumente zur Förderempfehlung an Eltern bzw. außerschulische Institutionen

Individuelle Förderung
Vom ersten Kennen lernen an führen wir zu jedem Kind ganz persönliche, individuelle Fördermappen, in den alle Beobachtungen und Maßnahmen, die der Förderung und Forderung des einzelnen Kindes dienen, dokumentiert werden (siehe Förderkonzept).
Maßnahmen der inneren und äußeren Differenzierung ermöglichen es uns, den einzelnen Bedürfnissen und Lernwegen der Kinder entgegenzukommen. Dabei sind wir auch immer offen für neue, auch ungewöhnliche Wege, wenn sie der Förderung und dem Wohlergehen des Kindes dienlich sind.
Lernspiele, Materialien, verschiedene Veranschaulichungsmaterial sowie abwechslungsreiche Lehr- und Lernmethoden stehen darüber hinaus zur individuellen Beschulung eines Kindes zur Verfügung.
Zur Unterstützung der individuellen Förderung werden Gespräche und Absprachen mit den Eltern eines Kindes und/oder dem Kind selbst getroffen.
Auch die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern kann in Einzelfällen zur individuellen Förderung beitragen.

Daz - Unterricht in Deutsch als Zweitsprache

Der DaZ-Unterricht richtet sich speziell an Kinder mit Migrationshintergrund. Dabei versuchen wir auf handelnder und spielerischer Ebene die verschiedenen Zugangskanäle der Kinder zu erreichen. In Kleingruppen lernen die Kinder anhand gezielter Situationen aus ihrem Alltag die deutsche Sprache zu festigen. Dadurch motiviert, fällt es ihnen im Unterrichtsgeschehen und in Alltagssituationen oft leichter, sich verbal auszudrücken.